понедельник, 28 ноября 2011 г.

Russische Ölprojekte in der Arktis

Ein Fünftel Russlands liegt in der arktischen Zone. Zieht man die rauen Klima-Bedingungen nicht in Betracht, so liegen darin auch gewisse Vorteile, die sich besonders im 21. Jahrhundert bemerkbar machen. Unter den dicken Eis- und Wasserschichten lagern Schelf-Vorräte an kohlenwasserstoffhaltigen Bodenschätzen.
Nach Einschätzungen russischer Wissenschaftler sind es ca. 100 Milliarden bedingte Tonnen Gas und Öl. Es ist riesige Ressourcen, wenn man bedenkt, dass alle auf dem russischen Boden geförderten Ölvorräte etwa 7-8 Milliarden Tonnen ausmachen. 85 Prozent russischen Schelfs entfällt ausgerechnet auf Nordmeere. Und das heißt, dass die russische Arktis künftig eine der führenden Gas- und Ölförderregionen werden kann.

Als eines der aussichtsreichen Ölfördergebiete in der Arktis kann der Ostsektor der Petschorasee hervorgehoben werden. Hier wurden bereits fünf Öl- und Gasvorkommen entdeckt, drei von denen als große gelten: Das sind das Prirazlomnoje-Ölfeld, der Lizenzblock „Wernadejsko-Medynskij“ und das Vorkommen Dolginskoje. Das Prirazlomnoje-Ölfeld wurde 1989 entdeckt. Es liegt auf dem Schelf der Petschorasee, 60 Kilometer von der Küste entfernt. Die Ölvorräte werden auf bis 70 Millionen Tonnen geschätzt, was erlauben würde, ein jährliches Fördervolumen von 6,6 Millionen Tonnen zu erreichen. Zum Vergleich: Es ist mehr, als die gesamte Ölförderung Rumäniens im Jahr. Erstes Öl auf dem Prirazlomnoje-Vorkommen soll spätestens im Januar 2012 gefördert werden. 

Im arktischen Teil der Russischen Föderation wird des Weiteren das Pestschanooserskoje-Öl- und Erdgaskondensat-Vorkommen erschlossen. Dieses befindet sich im östlichen Randgebiet der Insel Kolgujew. Mit der Industrieausbeutung und Verladung des Öls wurde bereits 1987 begonnen. Zur Zeit werden über 50 Sonden betrieben, die jährlich ca. 100.000 Tonnen Öl ergeben. Zwischen einzelnen Förder-, Verarbeitungs- und Lagergebieten auf der Insel wird das Rohöl über eine Rohrleitung transportiert. Der Abtransport erfolgt im Sommer und Herbst auf dem Meer: Tankschiffe von durchschnittlicher Kapazität von 30.000 Tonnen werden unmittelbar auf hoher See über eine schwimmende Pipeline beladen. Das gesamte Öl wird von hier nach Rotterdam exportiert. 

Bis heute wurden auf dem Arktis-Schelf in der Barenz-, Petschora- und Karasee rund 15 Vorkommen entdeckt und bis zu verschiedenem Grafe erschlossen. 

Eine neue Erschließungsphase der russischen Arktis ist die Partnerschaft mit ausländischen Unternehmen. Diese werden zusätzliche Investitionen und moderne Technologien hinzuziehen sowie teilweise Marketing-Risiken auf sich nehmen. Ende August unterschrieben Rosneft und die nordamerikanische Firma ExxonMobil eine Vereinbarung über strategische Partnerschaft unter anderem in der Arktis unterschrieben. Die Amerikaner erhielten somit Zugang zur Erschließung von Vorkommen in drei Gebieten in der Karasee. Für ExxonMobil, eines der größten Öl- und Gasunternehmen der Welt, ist der Arktis-Schelf ein sehr attraktives Projekt, meint der Direktor der Stiftung Energieentwicklung Sergei Pikin: 

„Der Arktis-Schelf ist ein potenzielles Klondike des kommenden Jahrzehntes. Deswegen muss man in diesem Jahrzehnt eine Grundlage zu Erschließung und Abbau seiner Vorkommen. Je nach verschiedener Einschätzung machen diese bis zu einem Drittel aller erschlossenen Vorräte der Welt. Und wer in dieser Region von Anfang anwesend ist, bekommt in der Zukunft eine Carte blanche zur Erschließung der größten Vorkommen und erhöht seine Stabilität für die nächsten Jahrzehnte.“  

Ohne Hinzuziehung von ausländischen Erfahrungen wird es freilich sehr schwer sein, an die russischen Kohlenwasserstoff-Vorräte heranzukommen. Wahrscheinlich hat ExxonMobil die Vorliebe der Rosneft-Aktionäre gerade seinen Technologien zu verdanken. Verfügt doch das Unternehmen über eine 50-jährige Erfahrung am Schelf, und seine Förderinseln können Kollisionen selbst mit großen Eisbergen standhalten. Solche Technologien zu bekommen ist für Russland sehr wichtig, denn es stehen jahrzehntelange Arbeiten auf diesem Gebiet bevor. Der Gesamtvorrat der Karasee beläuft sich auf ca. 5 Milliarden Tonnen Öl und 10 Billionen Kubikmeter Erdgas. 

Es werden ein grundlegender Austausch von Technologien und Personalkräften sowie die Gründung eines gemeinsamen wissenschaftlichen Projektzentrums für Schelf-Erschließung (ARC) in Sankt-Petersburg geplant. Außerdem wurden der russischen Seite Anteile an Exxon-Förderprojekten in Nordamerika versprochen. 

Der russische Premierminister Wladimir Putin schätzte die zu erwartenden Projekt-Investitionen auf rund 500 Milliarden US-Dollar ein. Diese werden vor allem auf die Infrastruktur gerichtet, einschließlich Anschaffung von eisresistenten Förderbühnen. In der allerersten Phase soll ExxonMobil in russische Schelf-Projekte 3,2 Milliarden US-Dollar investieren, davon entfallen rund 2 Milliarden unmittelbar auf die geologische Erkundung. Die erste Schürbohrung soll im Rahmen der Arktis-Zusammenarbeit 2015 entstehen. 

Zweifellos ist die Förderung in der Arktis eine recht schwierige Aufgabe. Zum Beispiel variiert die Tiefe der Karasee östlich des Archipels Nowaja Semlja, dort wo die Felder liegen, an deren Erschließung ExxonMobol teilnehmen wird, von 40 - 350 Meter. Die Eisschicht besteht dort 270-300 Tage im Jahr, die Wintertemperatur erreicht -46 Grad Celsius. Doch einen anderen Ausweg hat die Menschheit nun einmal nicht. Ölförderung in der Arktis ist eine schwierige, aber durchaus erfüllbare Aufgabe. Umso mehr, wo doch die Schwierigkeiten durch modernste Technologien und durch Zusammenarbeit russischer Unternehmen mit führenden Öl- und Gaskorporationen behoben werden.

Den Text und den Ton dieses Beitrags finden Sie hier.

Комментариев нет:

Отправить комментарий