Der ökologische Zustand der Kaspisee erregt in letzter Zeit immer mehr Sorgen. Dieses weltgrößte Innenbecken ist mit keinem Ozean verbunden und nimmt eine Fläche von über 370 Quadratkilometern ein. Das ist ein eigenartiges Gebiet mit seiner einmaligen Naturspezifik. Darin münden ca. 130 Flüsse, der größte von ihnen ist die Wolga – ihr Wasseranteil beträgt etwa 75 Prozent des kommenden Wassers.
Inzwischen befinden sich im Kaspigebiet etwa 3 Prozent der Erdölvorräte der Welt und ca. 5 Prozent Gas. Fundstättenentwicklung und KW-Transport erfordern von den Ökologen besondere Aufmerksamkeit, weil an der Grenze der Jahrhunderte immer mehr Merkmale der Ökodegradierung im Kaspigebiet zum Vorschein kommen. Die Anzahl der Störe, Seehunde und Strömlinge ist rapide gesunken – das ist schon ein Alarmsignal.
Heute wurde der Entwurf der Transkaspischen Gasleitung zur größten Öko-Bedrohung des Gebiets. Diese Magistrale sollte den Meeresgrund überqueren und somit Aserbaidschan und Türkmenien verbinden. Fachleute wissen, dass solch massive Konstruktionen großen Lärm erzeugen. Die Störe sind dabei für Lärm sehr sensibel. Als Ergebnis kann die Leitung zu einer Art vibroakustischer Barriere werden, die die Störe während ihrer jährlichen Migration nicht überwinden kann. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Kaspisee im Unterschied zum Schwarzen Meer und erst recht der Ostsee eine seismisch belastete Zone ist. Erdbebenstöße und Schlammvulkanausbrüche können Bodenbewegungen hervorrufen. In diesem Fall ist das Risiko des Rohrbruchs sehr groß.
Der Seestatus steht noch nicht fest – alle Gespräche sind sinnlos, meint der Leiter des Fonds für effektive Politik sowie Politikwissenschaftler Kirill Tanajew:
Die Anhänger der transkaspischen Gasleitung führen als Argument die Erfahrung des so genannten russischen Nordstroms über den Ostseegrund an. Hier jedoch soll man berücksichtigt werden, dass Russland eine Genehmigung von allen Ländern bekommen hat, deren Interessezonen von der Magistrale überquert werden. Solch ein Übereinkommen gibt es unter den fünf nebenkaspischen Ländern nicht. Außerdem ist die Kaspisee im Unterschied zur Ostsee eine geschlossene Wasserfläche. Dieser Umstand vergrößert die Ökorisiken gewaltig.
1995 entschlossen sich die Vertreter der Kaspiländer zu der Entwicklung eines Arbeitsrechtsmechanismus beim Umweltschutz des Kaspigebiet. Damals begann – gemeinsam mit der UNO – die Arbeit am Projekt eines fünfseitigen Dokumentes. Zum Ergebnis wurde die Teheraner Rahmenkonvention zum Schutz des Kaspigebiets. Es wurde von allen Seiten 2006 ratifiziert.
Zu Mitgliedern der Konvenz wurden Aserbaidschan, der Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan. Im Dokument sind die Vorbeugungspflichten gegen die Verschmutzung der Kaspisee fixiert. Inzwischen wurde deren Umsetzung lange Zeit verschoben.
Im August 2011 fand in Kasachstan die dritte Sitzung der Teherankonferenz statt. Auf diesem Forum wurden die Fragen der Verschärfung der Forderungen für die Kaspisee besprochen. Als Folge unterschrieben alle nebenkaspischen Länder außer Turkmenistan ein Zusatzprotokoll über die Bereitschaft zu reagieren, falls die Verschmutzung mit Erdöl Zwischenfälle hervorruft. In diesem Zusammenhang entwickelte das Institut für Ozeanologie bei der Russischen Wissenschaftsakademie gemeinsam mit der internationalen Gesellschaftsorganisation ISAR das Projekt „Erdölverschmutzung der Kaspisee aufgrund der Weltraumradarangaben“.
Turkmenistan weigerte sich das Protokoll zu unterschreiben, weil es sich Sorgen um seine Energetik-Pläne und deren Umsetzung macht. Vor allem ist es die transkaspische Gasleitung, die ein Teil des Nabucco-Projektes anlässlich der Brennstofftransportierung aus Zentralasien nach Europa werden soll. Paradox ist, dass die Europäer, die immer sehr zimperlich mit Ökoproblemen verfuhren, in diesem Fall bei den eindeutigen Risiken fürs kaspische Ökosystem ein Auge zudrücken.
Trotz aller politischen und Wirtschaftsbarrieren bei der Ausarbeitung einer effektiven Ökopolitik sind die meisten Vertreter der nebenkaspischen Länder optimistisch gestimmt. Es wird vorausgesetzt, dass die anderen Protokolls zu der Teheraner Konferenz endgültig vereinbart und auf der nächsten Sitzung unterzeichnet werden. Das soll 2012 in Russland passieren.
Inzwischen befinden sich im Kaspigebiet etwa 3 Prozent der Erdölvorräte der Welt und ca. 5 Prozent Gas. Fundstättenentwicklung und KW-Transport erfordern von den Ökologen besondere Aufmerksamkeit, weil an der Grenze der Jahrhunderte immer mehr Merkmale der Ökodegradierung im Kaspigebiet zum Vorschein kommen. Die Anzahl der Störe, Seehunde und Strömlinge ist rapide gesunken – das ist schon ein Alarmsignal.
Heute wurde der Entwurf der Transkaspischen Gasleitung zur größten Öko-Bedrohung des Gebiets. Diese Magistrale sollte den Meeresgrund überqueren und somit Aserbaidschan und Türkmenien verbinden. Fachleute wissen, dass solch massive Konstruktionen großen Lärm erzeugen. Die Störe sind dabei für Lärm sehr sensibel. Als Ergebnis kann die Leitung zu einer Art vibroakustischer Barriere werden, die die Störe während ihrer jährlichen Migration nicht überwinden kann. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Kaspisee im Unterschied zum Schwarzen Meer und erst recht der Ostsee eine seismisch belastete Zone ist. Erdbebenstöße und Schlammvulkanausbrüche können Bodenbewegungen hervorrufen. In diesem Fall ist das Risiko des Rohrbruchs sehr groß.
Der Seestatus steht noch nicht fest – alle Gespräche sind sinnlos, meint der Leiter des Fonds für effektive Politik sowie Politikwissenschaftler Kirill Tanajew:
„Es handelt sich um ein Rohr, das das Nabucco-Projekt mit Gas füllen soll. Ich würde solche Verhandlungen mit großer Vorsicht und Skepsis betrachten, weil das Konsortium, das Nabucco zu bauen versucht, die nötigen Finanzmittel nicht bereitstellen kann. Das Projekt rührt sich nicht von der Seite; es hat auch viele Justiz-, Rechts-, Finanz- und andere Unklarheiten. Es sind auch keine richtigen Verhandlungen durchgeführt worden unter den Ländern, die von der Gasleitung überquert werden. Daher sind auch die Verhandlungen mit Aserbaidschan und Türkmenien über den Bau der Transkaspischen Rohrleitung nichts als Worte.“
Die Anhänger der transkaspischen Gasleitung führen als Argument die Erfahrung des so genannten russischen Nordstroms über den Ostseegrund an. Hier jedoch soll man berücksichtigt werden, dass Russland eine Genehmigung von allen Ländern bekommen hat, deren Interessezonen von der Magistrale überquert werden. Solch ein Übereinkommen gibt es unter den fünf nebenkaspischen Ländern nicht. Außerdem ist die Kaspisee im Unterschied zur Ostsee eine geschlossene Wasserfläche. Dieser Umstand vergrößert die Ökorisiken gewaltig.
1995 entschlossen sich die Vertreter der Kaspiländer zu der Entwicklung eines Arbeitsrechtsmechanismus beim Umweltschutz des Kaspigebiet. Damals begann – gemeinsam mit der UNO – die Arbeit am Projekt eines fünfseitigen Dokumentes. Zum Ergebnis wurde die Teheraner Rahmenkonvention zum Schutz des Kaspigebiets. Es wurde von allen Seiten 2006 ratifiziert.
Zu Mitgliedern der Konvenz wurden Aserbaidschan, der Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan. Im Dokument sind die Vorbeugungspflichten gegen die Verschmutzung der Kaspisee fixiert. Inzwischen wurde deren Umsetzung lange Zeit verschoben.
Im August 2011 fand in Kasachstan die dritte Sitzung der Teherankonferenz statt. Auf diesem Forum wurden die Fragen der Verschärfung der Forderungen für die Kaspisee besprochen. Als Folge unterschrieben alle nebenkaspischen Länder außer Turkmenistan ein Zusatzprotokoll über die Bereitschaft zu reagieren, falls die Verschmutzung mit Erdöl Zwischenfälle hervorruft. In diesem Zusammenhang entwickelte das Institut für Ozeanologie bei der Russischen Wissenschaftsakademie gemeinsam mit der internationalen Gesellschaftsorganisation ISAR das Projekt „Erdölverschmutzung der Kaspisee aufgrund der Weltraumradarangaben“.
Turkmenistan weigerte sich das Protokoll zu unterschreiben, weil es sich Sorgen um seine Energetik-Pläne und deren Umsetzung macht. Vor allem ist es die transkaspische Gasleitung, die ein Teil des Nabucco-Projektes anlässlich der Brennstofftransportierung aus Zentralasien nach Europa werden soll. Paradox ist, dass die Europäer, die immer sehr zimperlich mit Ökoproblemen verfuhren, in diesem Fall bei den eindeutigen Risiken fürs kaspische Ökosystem ein Auge zudrücken.
Trotz aller politischen und Wirtschaftsbarrieren bei der Ausarbeitung einer effektiven Ökopolitik sind die meisten Vertreter der nebenkaspischen Länder optimistisch gestimmt. Es wird vorausgesetzt, dass die anderen Protokolls zu der Teheraner Konferenz endgültig vereinbart und auf der nächsten Sitzung unterzeichnet werden. Das soll 2012 in Russland passieren.
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