понедельник, 28 ноября 2011 г.

Nord Stream: ein neues energetisches Fenster nach Europa. Teil 5

Wie einem jeden Land, ist es für Russland unvorteilhaft, seine Energie-Ressourcen billig zu verkaufen: In diesem Fall teilt der Staat ja seine natürliche Monopolrente mit den Abnehmern. Doch gerade das streben die Transitländer – die Ukraine und Weißrussland – an, die für sich Preisnachlass verlangen und Druckmittel einsetzen, und solche stehen ihnen ja bereit – schließlich wird Erdgas über ihr Boden nach Europa geliefert. In dieser Situation bekommt das Projekt „North Stream“ einen politisch-wirtschaftlichen Anstrich. Nachdem die beiden Pipeline-Stränge, die auf dem Ostsee-Boden verlegt wurden, in Betrieb genommen sind, wird Russland jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa liefern können – eine Menge, die vor dem Hintergrund heutiger Export-Verhältnisse sehr bedeutend erscheint: Über die Ukraine beispielsweise gehen jährlich 120 Milliarden Kubikmeter.

Allerdings ist hier alles nicht so einfach, meint der der Vorsitzende der Abteilung für Gasmärkte am Institut für Energiewirtschaft und Finanzen Wladimir Rewenkow: 

„In Deutschland schreitet die Entwicklung des Gastransport-Systems voran: Die OPAL- und NEL-Pipeline, schließen den Kreis der russischen Erdgas-Lieferungen und führen diese weiter nach Polen und Tschechien. Was dabei herauskommt, ist das folgende Ergebnis: das russische Erdgas fließt im Endeffekt von zwei Richtungen nach Polen. Nach Deutschland kommt es über den russischen Boden sowie über Weißrussland, und nach Tschechien kann dann ebendieses Erdgas gelangen. Daher entsteht eine Art Konkurrenz zwischen zwei verschiedenen Gaslieferungs-Systemen. Es ist übrigens nicht besonders gut, wenn man bedenkt. Es war Europa, welches sich ein System zur Liberalisierung seiner Gasmärkte ausgedacht hat und zwar mit dem Zweck, die Lieferanten mehr konkurrieren zu lassen. Es kommt den Europäern zugute, denn der Preis geht nach unten. Deswegen braucht man hier eine ausgewogene Politik. Vielleicht sollte man nicht den Anstieg des russischen Gas-Exportanteiles anstreben. Man muss alles gründlich durchdenken und ausgewogen handeln – und das zugunsten der russischen Wirtschaft und unseres Landes insgesamt.“

Über den weiteren Weg des russischen Erdgases nach Westen fing man an zu sprechen, als die Pläne zur Realisierung des Nord Stream-Projektes verkündet wurden. Vor allem ging es um Lieferungen auf die Britischen Inseln. Diese sind mit Kontinentaleuropa durch zwei aktive Pipelienes verbunden. Deswegen erfolgen die Erdgaslieferungen auf den britischen Markt bereits heute. Mehr noch, durch die über Belgien führende Interconnector-Pipeline kann man Erdgas in zwei Richtungen pumpen. Und wenn der Preisunterschied zwischen dem britischen und dem Europäischen Markt es erlaubt, wird der Brennstoff aus Großbritannien nach Europa weitergepumpt. Allerdings wurde es ursprünglich anders rum geplant. 

Wie dem auch sei, verfügt über genügende Gasmengen, um alle zwei und selbst drei Stränge von North Stream zu füllen, eine Erweiterung der Lieferungen ist also ganz und gar nicht ausgeschlossen.

Den Text und den Ton dieses Beitrags finden Sie hier.

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