понедельник, 28 ноября 2011 г.

Nord Stream: ein neues energetisches Fenster nach Europa. Teil 4

Der Unfall auf dem japanischen AKW in diesem Sommer oder – wie manche Experten dieses Ereignis bezeichneten – der Fukushima-Kasus musste sich auf den Energiemarkt auswirken. Als der erste Schock vorbei war, sprachen die Spezialisten von einer Art Revolution: Zwar ertönten in Europa auch früher Aufrufe, auf Kernenergie zu verzichten, aber man richtete sich bis dahin nur nach Umweltansichten. Nun bekamen die Anfechter solcher Maßnahmen einen zusätzlichen Trumpf. Schließlich wurde mindestens in Deutschland das Vorhaben verkündet allmählich auf die Erzeugung der Atomenergie mithilfe von AKWs zu verzichten.

Die Frage, die sich sofort stellt: Wodurch lassen sich die ausfallenden Kapazitäten ersetzen? Den Fukushima-Unfall und dessen Folgen kommentiert der Vorsitzende der Abteilung für Gasmärkte am Institut für Energiewirtschaft und Finanzen Wladimir Rewenkow: 

„Natürlich ist es eine schreckliches Unglück, welches schwer vorauszusagen ist. Niemand war auf einem solchen Szenario gefasst, es ist natürlich eine außerordentliche Erscheinung. Doch die Tatsache bleibt weiterhin bestehen: Die Atomenergie verbirgt in sich solche Gefahren, darüber weiß man Bescheid. In Deutschland, welches Sie gerade erwähnt haben, gibt es wenn ich nicht irre, 22 Kernreaktoren, obwohl es ein ziemlich kompaktes Land ist. In Frankreich werden 80 Prozent Strom auf Kernenergie-Basis erzeugt, allerdings dort spricht man von einer Umstellung vorläufig nicht. Dafür ist es in Deutschland ein Thema. Und entweder ist es ein politischer Zug Merkels, oder aber ist es objektive Realität – das muss noch geklärt werden. Doch selbst wenn man die atombetriebene Kapazitäten abschaffen möchte, geht es nicht so schnell und wird bestimmt schon nach den 2020ern geschehen. Dies kann natürlich auch Veränderungen in der Gasnachfrage in Deutschland wie in Europa insgesamt bewirken, die Situation könnte sich also auf eine bestimmte Art und Weise ändern. Doch das alles ist sehr schwer vorauszusagen, denn wie wir ja sehen – und das geht auch aus den Erfahrungen hervor – ist den Märkten sehr hohe Volatilität eigen. Die Lage ändert sich sehr schnell, es können politische Entscheidungen sein, die diesen oder jenen Hergang in der Energiewirtschaft bewirken.“
Nach bestehenden Einschätzungen droht Deutschland im Falle der Stilllegung aller seiner 17 AKWs ein Strom-Defizit, zu dessen Beseitigung 55 Milliarden hohe Investitionen notwendig wären. Wie ein lokaler Experte sagte, müsse man „für den entstehenden Stromdefizit titanenhafte Bemühungen“ aufbringen. Allem Anschein nach, wird Deutschland spätestens ab 2015 zusätzlich in neue Kohlen- und Gaskraftwerke investieren müssen. Außerdem muss dann die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen beschleunigen. 

In diesen Bedingungen wird die Rolle des Erdgases im deutschen Energiehaushalt nur steigen. Das heißt, die Lieferanten, darunter die auf dem ersten Platz stehende russische Gazprom, stehen vor neuen Aussichten.

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