понедельник, 28 ноября 2011 г.

Nord Stream: ein neues energetisches Fenster nach Europa. Teil 8

Nach einer langen Stagnationsperiode, als der russische Energieverbrauch zurück ging und die Erzeugungskapazitäten gekürzt wurden und einer darauf folgenden nicht minder schwierigen Reform-Periode, als der Verbrauch anstieg, aber die Kapazitäten blieben, trat die russische Energiewirtschaft in eine neue Phase ein, die von einer großangelegten Aktion zum Bau von Erzeugungskapazitäten gekennzeichnet ist. Das sind größtenteils Wärmekraftwerke, darunter weiterhin überwiegend Gas-Wärmekraftwerke. Diese sind effizient und umweltfreundlich.

Doch da ist auch ein großes Nachteil im Spiel und zwar: die hohen Brennstoff-Preise. Während der Gaspreis in der Welt de facto an den Erdölpreis gebunden und damit von den Verhältnissen abhängig ist, die nichts mit der Energiewirtschaft zu tun haben, so ist der Kohlepreis vom Erdöl praktisch unabhängig und blieb in den letzten 10 Jahren weit hinter den rasant steigenden Gaspreisen. Trotzdem macht der blaue Treibstoff 80 Prozent des Energiehaushalts im europäischen Teil Russlands und zwei Drittel des gesamten Energiekonsums russlandweit aus. 

Darüber, on es eine Alternative zum Erdgas gibt, überlegt der Vorsitzende der Abteilung für Gasmärkte am Institut für Energiewirtschaft und Finanzen Wladimir Rewenkow: 

„Die Wissenschaftler quälen sich damit ab, die Sonnenenergie zu zähmen und die Windenergie für das Wohl des Menschen nützlich zu machen. Doch dies erfordert gewisse Klima-Voraussetzungen und große Flächen. Man darf auch nicht vergessen, dass all die Windkraftmaschinen furchtbaren Lärm verursachen. Wenn man in Italien oder in Spanien unterwegs ist, sieht man ganze Felder voller dieser Windmühlen. Und sie lärmen unglaublich. Dabei muss der Landbesitzer deren Stationierung bezahlen, da sind also auch Kapitalanlagen erforderlich. Deswegen haben hat man auch hier mit der Wirtschaft zu tun. Außerdem fragt sich, ob diese Energie je das billige Gas ersetzen kann, an dem bis jetzt kein Mangel besteht. Nimmt man die Statistik von British Petroleum, so reichen die belegten Gasvorräte bei gegenwärtigem Gebrauch noch für 60 Jahre. Da ist aber nur um die belegten Vorräte die Rede, die man angesichts heutiger Verhältnisse in den Wirtschaftsumsatz einschließen darf, und es gibt ja auch noch potenzielle Ressourcen.“ 

Man vergesse auch nicht die traditionellen Bodenschätze, zum Beispiel die oben erwähnte Kohle. Ausschließlich Großbritannien und Frankreich, ist die kohlenbasierte Energiewirtschaft nicht vernachlässigt, sondern bekam sogar die zweite Luft: Moderne Technologien erlauben es, die wichtigsten Umwelt-Kennwerte der Kohlen-Anlagen beinahe auf das Niveau der Gaskraftwerke zu bringen, und ihrer Effizienz nach sind sie manchmal den Letzteren gleich, sind manche russische Experten überzeugt. Ginge es nach ihnen, so sollte Russland seinen natürlichen Vorteil – riesige Kohlenvorräte – ausnutzen. Dafür wäre es nur nötig, die Produktionskosten der Ausrüstungen für Kohlenförderung zu optimieren und den Kohlentransort effizienter zu gestalten. 

Es ist zwar verständlich, dass man bei verhältnismäßig billigem Gas den Mainstream der Energiewirtschaft kaum grundlegend ändern wird, doch sparen könnte man dabei schon.

Den Text und den Ton dieses Beitrags finden Sie hier. 

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