понедельник, 28 ноября 2011 г.

Militarisierung der Kaspiregion

Das Kaspische Meer raint an fünf Staaten an: Das sind Russland, Kasachstan, Turkmenien, der Iran und Aserbaidschan. Die Unstimmigkeiten, die es zwischen den Ländern eine Menge gibt, können darauf zurückgeführt werden, dass der juristische Status des Meeres immer noch nicht geregelt ist.


Die Seiten schreiten in dieser Frage leider nur langsam voran, meint der Politikwissenschaftler Sergej Tschernjachowskij:
„Als es nur zwei Länder anging – nämlich die UdSSR und den Iran – war das Kraftverhältnis gut bekannt. Man weiß, dass bei der Potsdamer Konferenz der Schah von Iran vor Stalin niederkniete und ihm die Hände küsste. Dann kam das Fundamentalregime und die Lage verschlimmerte sich. Jetzt aber – wo es mehrere Staaten gibt, die oft nicht gerade zusammenhalten – ist es gleich um ein Mehrfaches schwerer geworden. Verhandlungen zwischen zwei und zwischen fünf Seiten ist nicht ein- und dasselbe. Wenn diese fünf dann auch noch unterschiedliche Prioritäten haben, ist das wiederum etwas ganz anderes.“

Die politische Situation wird auch durch die Militarisierung der Region zugespitzt. So steigerte Aserbeidschan seine Militärherstellung im vorigen Jahr um das 115-fache im Vergleich zu 2006. Seine Kriegsmarine steht nur der russischen nach. Mit Hilfe der USA bildete das Land eine Marine-Spezialeinheit aus. Die Flotte Aserbaidschans umfasst u.a. Kleinst-U-Boote „Triton-1M“ und „Triton-2“ sowie Unterwasserschleppet „Sirena“. Die aserbaidschanische Marine verfügt über eine Infanterieabteilung und eine Aufklärungszentrum, in dem die Kampftaucher von den Nato-Instrukteuren ausgebildet werden. Das Admiralsschiff „Qusar“ wurde bereits zu Sowjetzeiten vom Stapel gelassen und später modernisiert. Im Mai 2011 wurde bekannt, dass ein türkisches Unternehmen Kriegsschiffe in Aserbaidschan zu bauen plant. Außerdem unterzeichneten die Länder ein Abkommen über die Herstellung von militärischen Raketen. 

Die Strebungen von Baku erregen gewisse Besorgnisse im Iran, wo man Provokationen von den aserbaidschanischen Geheimdienste im iranischen Teil des Landes. Beunruhigend für Teheran sind auch die Ansprüche Aserbaidschans auf die Öl- und Gasfelder des Kaspischen Meeres. In den vorigen Jahren versuchte mehrmals die aserbaidschanische Kriegsmarine den Iran herauszufordern. 

Mittlerweile stehen in der Region dem Iran drei Flottenstützpunkte mit insgesamt 90 Kriegsschiffen, darunter auch aus der chinesischen Herstellung. Zu ihrer Ausstattung gehören auch Raketen mit einer Reichweite von 120 km. Vor kurzem machte Teheran seine Pläne bekannt, mehrere Hubschrauberträger in der Kaspi-Region zu stationieren. Außerdem baut das Land an 75 Raketenschnellbooten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in der nächsten Zukunft Kleinst-U-Boote der iranischen Marine vom Stapel laufen werden. Ihre Massenproduktion wurde bereits mit Hilfe Nordkoreas gestartet. Der Iran kann sein Rüstungspotential auf um 50 Prozent in kürzester Zeit steigern, indem er seine Schnellboote aus dem Persischen Golf ins Kaspische Meer überführt. 

Auch Turkmenien ist über die militärische Entwicklung Aserbaidschans besorgt. Denn einige Öl- und Gasfelder werden zur Zeit umstritten. Ein Marinestützpunkt Turkmeniens soll voraussichtlich 2015 in der Region errichtet werden. Für ihre Ausstattung kauft das Land zehn ukrainische Patrouillenboote an. Der Iran vermietete Turkmenien ein Torpedobootzerstörer und sieben Küstenwachboote. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium erhielt das Land ein „Point Jackson“-Patrouillenboot. In Russland erwirbt Turkmenien zwei Raketenboote mit je 16 Anti-Schiff-Raketen, die ihr Ziel in einer Entfernung bis zu 130 km treffen können. 2011 kaufte Turkmenien zwei türkische Schnellboote. 

Kasachstan errichtet momentan einen Seestützpunkt in Aktau. Kleinere Gruppen der kasachischen Mariner werden in den USA, der Türkei, Russland, Deutschland, Indien und Pakistan ausgebildet. Bis 2004 verfügte Astana nur über Küstengrenzschutzboote und ein Wachschiff. Später lieferte die Ukraine dem Land einige „Griff“- und vier „Kalkan“-Patrouillenboote. 2010 stellten die USA Kasachstan vier Landungsboote im Rahmen der fünfjährigen Zusammenarbeit ihrer Verteidigungsministerin zur Verfügung. Russland baut für Kasachstan zwei Raketenboote des Typs „Super Bars“. Zudem sollen im aserbaidschanischen Aufklärungszentrum Kämpfer der kasachischen Spezialeinheiten ausgebildet werden. 

Das Admiralsschiff der russischen Flotte „Tatarstan“ ist das schwerste in der Region. Die „Tatarstan“ kann jedes fremde Schiff in einer Entfernung bis zu 130 km zerstören. Ab 2011 soll Russland eine weitere Fregatte – „Dagestan“ im Dienstgebrauch haben. Die russische kaspische Flotte plant, das erste Schiff aus der neusten Reihe „Bujan-M“ zu bekommen. Im Sommer dieses Jahres kündigte der Oberbefehlshaber der russischen Kriegsmarine Wladimir Wysozkij an, dass die kaspische Flotte 16 neue Schiffe in den kommenden Jahren erhalten soll. Außerdem wird sie durch einige Jagdeinheiten von der Befehlszentare „Süd“ gestärkt. Die Flotte rechnen zudem mit den Flügelraketensystemen „Bastion“ mit einer Reichweite von 300 km. 

Kriegsexperten meinen, dass die anderen Kaspiländer trotz der externen Hilfe das Wettrüsten gegen Russland nicht gewinnen können. Allerdings rechnet Russland nach wie vor mit Erfolg beim Verhandlungsprozess. Ende 2011 soll in Moskau ein weiteres Gipfeltreffen der so genannten Kaspi-Fünf stattfinden. Man kann hoffen, dass dabei die Arbeit am grundgebenden Übereinkommen zum Kaspistatus beendet wird. 

Den Text und den Ton dieses Beitrags finden Sie hier.

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