понедельник, 28 ноября 2011 г.

Militarisierung der Arktis. Perspektiven einer arktischen Armee. Kriegsausbildung in der Arktis-Zone

Die Arktis gilt längst nicht mehr als ‚tote Zone‘. Unter der endlosen Eisfläche verbergen sich sieben Prozent der zurzeit entdeckten Erdölvorräte und ein Drittel des ganzen Gases sowie Mengen von Gold, Diamanten und anderen Rohstoffen. Nach wissenschaftlichen Vorhersagen geben Klimawandel und Eiskappenschmelzen die wertvollsten Polarressourcen frei.

Schon heute erregt diese Perspektive Debatten unter den Staaten, die um die Polargebiete werben; besonders erwähnenswert sind Russland, Kanada, die USA, Dänemark und Norwegen. Das Problem ist, dass sie alle – außer Russland – zum NATO-Militärblock gehören. Beim NATO-Gipfeltreffen im November 2010 in Lissabon wurde die Arktis deutlich als Interessenbereich des Blocks bezeichnet. Für umso mehr Würze sorgen Gebietsstreitigkeiten zwischen den subarktischen NATO-Ländern – sei es auch der Kampf zwischen den USA und Kanada um die Beaufortsee oder der langwährende dänisch-kanadische Konflikt wegen der Hans-Insel. 

Heutzutage aber versucht sogar China, sich auf diese Arena durchzusetzen – obwohl es auf den ersten Blick nichts mit der Arktis zu tun hat. Jedenfalls war in den arktischen Seestraßen der Eisbrecher „Schneedrache“ schon zweimal unterwegs. Seine eigene Schifffahrt dorthin plant auch Nordkorea. 

Aufgrund der verkomplizierten Lage wurde im Vortrag der US-Nationalwissenschaftsakademie der Flotte angeordnet, ihr Verfahren mit dem Nordpol zu ändern. Leiter des Russischen Zentrums für Analyse des Weltwaffenhandels Igor Korotschenko zählte folgende geplante Maßnahmen auf: Verstärkung von Marine, Infanterie und Küstenschutz; Ergänzung der Marine durch Polarschiffe und neue Eisbrecher; Errichtung mehrerer Verfolgungsstationen über und unter Wasser: 

„Die multifunktionalen US-Atomunterseeboote sind oft auf Kriegspatrouille im Polarmeer unterwegs. Selbstverständlich macht man das nicht zu Wissenschaftszwecken.“

Das Pentagon hält im Polargebiet eine ständige Operationsraketengruppe aus drei bis vier Kreuzern und vier bis sechs Zerstörern bereit. In Alaska ist die elfte Luftarmee entfaltet worden. Die US-Luftstreitkräfte und -Unterseeboote, die im Polargebiet patrouillieren, verfügen über hochpräzise Waffensysteme. Außerdem bereitet der US-Verteidigungsminister die Heerabteilungen auf Aktionen in der Arktis vor. Es wurde entschieden, zwei neue Stützpunkte für den Küstenschutz in Alaska zu bauen. 

Kanada stiftete Mittel für Tiefseehafen und Marineausrüstungsstelle im einst verlassenen Nanisivik. Danach wurde die Kriegsausbildungsbasis ‚Resolute‘ rekonstruiert und entwickelt sowie Polarküstenpatrouillen hergestellt; dabei wurde das Kriegskontingent im Polargebiet um das Zehnfache erweitert. Eine permanente Militärpräsenz in der Arktis hat Kanada nicht – dennoch unterrichtet dieses Land in der Arktis seit 2007 jeden Sommer ‚Souverenitätsbewahrung‘ unter dem Stichwort ‚Nanuk‘. 

2010 nahmen an dieser Kriegsübung auch Militärangehörige aus den USA und Dänemark teil. Infolgedessen wurde Kanada als Vertreter der NATO-Interessen in der Arktis anerkannt. Im Sommer 2011 wirkten Luftstreitkräfte aktiv mit, darunter Jagdmaschinen, Patrouillen- und Transportflugzeuge. 

Norwegen öffnete im Reitan-Gebirge ein neues hochtechnologisches Steuerungszentrum und überwies seine Hauptmilitärbasis dorthin. Im Sommer 2011 fand dort die Kriegsübung ‚Cold Response‘, zu dt. ‚Die kühle Antwort‘, statt. 10.000 Soldaten der norwegischen und NATO-Truppen nahmen daran teil. 

Russland, dessen Fünftel in der Arktis liegt, ist gezwungen, auf die Militarisierung des Gebiets zu reagieren. Zur Sicherung des russischen Teils des Polarmeeres in verschiedenen politischen und Kriegssituationen müssen separate Truppen gebildet werden. Unterdessen soll dieses Gebiet nach der Strategie des russischen Sicherheitsrates eigentlich in den Bereich des Inlandsgeheimdienstes übergehen und noch vor 2016 zur sog. Leitbasis der russischen Strategieressourcen werden. 

Im Frühling 2011 berichtete der Verteidigungsminister von einer motorisierten Schützenbrigade, die extra für Polaraktionen auf der Halbinsel Kola aufgestellt wird. Die Militärs werden mit polarangepasster Bekleidung und Technik versorgt, erzählt Igor Korotschenko: 

„Bewaffnung nach dem russischen Kriegsstandard ist sowohl bei Wärme als auch bei Kälte obligatorisch – falls wir von der Bewaffnung des Heeres sprechen. Was zusätzliche Möglichkeiten betrifft, so sind Eisbrecher zu erwähnen, die nicht nur Schiffe weiterführen können, sondern auch selbstständig agieren und während der Kriegszeit auf unterschiedliche Missionen bereit sind.“

Leider ist die Arktis bereits zur Militärzone geworden. Es gibt nur einen Ausweg: Die subarktischen Länder müssen möglichst schnell untereinander die Verantwortung für die Arktis verteilen, indem sie ihre Naturvorkommen friedlich erforschen und somit die weitliegenden Länder daran hindern, ihre Interessen angriffsweise durchzusetzen.

Den Text und den Ton dieses Beitrags finden sie hier.

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