Heutzutage ist fast nichts von der Meinung geblieben, die in den 90er Jahren weit verbreitet war, nämlich: Es ist ungünstig, die Arktis zu erschließen. Dabei wurden die wissenschaftlichen Angaben nicht berücksichtigt, die bestätigten, dass die russische Arktische Zone reich an Bodenschätzen ist, die zurzeit nur teilweise erkundet sind. Nun werden Akzente anders gesetzt und die russischen Gas- und Ölriesen haben bereits mit der Erschließung der Arktis angefangen.
Vor kurzem wurde es bekannt, dass das Unternehmen „Gazprom dobytscha schelf“ bereits Anfang des kommenden Jahres das Vorkommen Prilaslomnoje im östlichen Teil der Petschorasee zu erschließen beginnt. Dieses Projekt ist das erste in der russischen Praxis, das die Erschließung eines Vorkommens auf dem Festlandsockel bedeuten würde.
Die eisfeste Plattform „Prilaslomnaja“ ist für ihre Inbetriebnahme bereit und befindet sich nun auf dem Wege zu ihrem Einsatzort in der Petschorasee. Es ist auch bekannt, dass das Schiffsbauunternehmen „Sowkomflot“ zwei Tankschiffe speziell für dieses Projekt vom Stapel gelassen hat. Das Vorkommen umfasst Vorräte von insgesamt 41 Mio. Tonnen mit einer maximalen jährlichen Gewinnung von 6 Mio. Tonnen. Bis zu 2019 sollen 36 Bohrlöcher in Betrieb genommen werden. Die Plattform wird ihre volle Kapazität das ganze Jahr lang entfalten.
Zwei weitere Plattformen desselben Unternehmens – „Poljarnaja swesda“ und „Severnoje Sijanie“ sind für die rauen Verhältnisse des Hohen Nordens ausgelegt. Sie sollen den Wellen mit einer Höhe von bis zu 32 m standhalten und sind im Stande, Erkundungen in einer Tiefe bis zu 500 m durchzuführen. Diese Plattformen sollen bei der Erschließung des weltweit größten Schtockman-Vorkommen eingesetzt werden. Bis zum Jahre 2020 wird die Förderung ihren Höhepunkt von 40 bis 45 Mrd. Kubikmeter Gas erreichen. Dieses Vorkommen wird zu einer Ressourcenbasis für russische Gaslieferungen auf den atlantischen Markt.
Investitionslösungen zur ersten Phase des Schtokman-Projektes sollen im März des kommenden Jahres bewilligt werden.
Der Gazprom-Chef Alexej Miller nannte dieses Projekt eines der vorrangigen Ziele des Konzerns. Das Projekt ist in technologischer Hinsicht einmalig sowohl in der russischen, als auch der weltweiten Praxis.
Die Erschließung des Schtokman-Vorkommens und anderer Felder ermöglicht eine heftige Entwicklung des nördlichen Verkehrsknotens und des nördlichen Weges insbesondere. In der Stadt Murmansk soll eine große Hafenzone geschaffen werden, um die Beförderung der Güter für das Vorkommen zu bewältigen. Das Gebiet Archangelsk ist bereit, ein Logistikzentrum und ein Versorgungslager für das Schtockman-Feld zu eröffnen.
Ein weiteres Versorgungslager soll auf dem Archipel Nowaja Semlja errichtet werden. Es wird verschiedene Risiken bei der Arbeit in rauen Klimaverhältnissen minimieren und die Effizienz des Projektes im Allgemeinen zu steigern. Von der festen Absicht Russlands, sich in der Arktis zu behaupten, zeugt auch eine weitere Tatsache: Die Ausgaben für den Bau der Plattformen, Schiffe und Pipelines werden in der nächsten Zukunft 4,9 Billionen Rubel betragen. Der größte Teil dieser Mittel wird für die Erschließung der Arktis bereitgestellt.
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