понедельник, 28 ноября 2011 г.

Der Nördliche Seeweg: Perspektive seiner Nutzung

Die Entwicklung der Arktis bedeutet nicht nur neue Durchbrüche in der Förderung der Bodenschätze. Es ist auch eine neue Seite der Geschichte der internationalen Transporte. Einen bedeutenden Platz nimmt hier die Schaffung eines vollwertigen Nördlichen Seeweges, der die kürzeste Route zwischen dem europäischen Teil Russlands und dem Fernen Osten darstellt. Dieser führt über die Seen des Nordpolarmeers (Barenzsee, Karasee, Ostsibirische See und Tschuktschensee) und teilweise auch über diese des Pazifiks, nämlich über das Beringmeer. Der Nördliche Seeweg bedient nicht nur alle Häfen der russischen Arktis und der großen sibirischen Flüsse, denn er kann auch als Verbindungsweg zwischen den Ländern im asiatisch-pazifischen Raum genutzt werden.

Eine Alternative zum Nördlichen Seeweg sind die Transportadern, die über den Suez- und den Panama-Kanal führen. Doch während die zurückzulegende Strecke zwischen dem Hafen Murmansk und dem Hafen Yokohama über den Suez-Kanal 12.840 Seemeilen beträgt, beläuft sich diese auf dem Nördlichen Seeweg bei nur 5.770 Seemeilen. 

Freilich bringen hier die rauen Klimabedingungen der Arktis ihre Bedingungen ein, meint Wladimir Sokolow, Chef der Arktis-Expedition am Forschungsinstitut für Arktis und Antarktis: 

„Das Problem bei dem Nördlichen Seeweg liegt am Treibeis. Es gibt zwar einen Zeitraum, wie es zum Beispiel im Moment der Fall ist, wo der Seeweg sich davon befreit, und es freie Schifffahrt ohne Eisbrecher-Einsatz möglich ist. Doch es dauert einen bis höchstens anderthalb Monate, wenn alle Meerengen frei sind. Ansonsten muss dort eben mit Eisbrechern nachgeholfen werden. Die Hilfe wird von der russischen Atomflotte geliefert, die in Murmansk vor Anker liegt. Diese erfüllt ihre Aufgabe mit Erfolg. Dafür gibt es auch genug Kapazität.“

Neun von zehn Atomeisbrecher der Welt gehören Russland. Es ist das einzige Land, welches den Handels- und Militärtransporten eine Eisbrecher-Begleitung gewähren kann. Diese Aufgabe können auch Diesel-Eisbrecher erfüllen, doch ihre wirtschaftliche Effizienz steht dieser der Atomenergiebetriebenen nach. Die Anregung zur Wiederbelebung des Nördlichen Seeweges gab das Projekt „Jamal SPG“. Im Rahmen des Projekts sollen aus dem Hafen Sabetta auf dem Jamal-Halbinsel Tankschiffe mit Flüssiggas zu den asiatischen Märkten fahren. Das Projekt erhielt große Unterstützung seitens des Staates, welcher sich verpflichtete, die Transport-Infrastruktur des Nördlichen Seeweges wiederherzustellen, was und unter anderem den Nau von neuen Atomeisbrechern voraussetzte. 

Im Juni 2011 erklärte Putin bei seiner Rede in Jekaterinburg, 2012-2020 sollen mindestens drei Linien-Eisbrecher der neuen Generation gebaut werden. Und diese Maßnahme ist sehr an der Zeit. 

Die „Vereinte Schiffsbau-Korporation“ spricht dazu vom Bau dreier Diesel-Eisbrecher. Diese sind für das „Jamal SPG“-Projekt auch notwendig, denn sie haben einen geringeren Tiefgang, was in flachen Wassern des Omsker Meerbusens von großer Bedeutung ist. Deswegen sollen die Diesel-Eisbrecher die SPG-Tankschiffe vom Hafen Sabetta bis in die tiefen Seen des Nördlichen Seeweges führen, wo sie dann von Atom-Eisbrechern der Klasse „Arktis“ abgelöst würden. 

Neulich erklärte der Rosatom-Chef Sergei Kirijenko, das vom Petersburger zentralen Konstruktionsbüro „Aisberg“ ausgeführte Projekt zum Bau eines universellen Eisbrechers der neuen Generation habe bestätigt, dass es völlig sinnvoll wäre, einen Eisbrecher mit zweierlei Tiefgang zu konstruieren. Der neue Eisbrecher wird somit flexibler und kann sowohl im Flachwasser als auch auf Tiefsee mit einer bedeutenderen Eisschicht eingesetzt werden. Die Mittel für den Bau des neuen Eisbrechers plant man durch die Privatisierung der Gesellschaft „Sowkomflot“ zu erhalten. Diese stellt zur Zeit Schiffe bereit, die im Rahmen des Experiments die beladenen Tanker auf dem Nördlichen Seeweg führen. 

Ende 2010 haben Rosatomflot, Sowkomflot und NOWATEK erfolgreich das Experiment abgeschlossen, in dessen Rahmen das großtonnagige mit Flüssiggas beladene Tankschiff „Baltika“ durch das Eis geführt wurde. Erstmals in der Geschichte des Nördlichen Seeweges führten die Atomeisbrecher „Rossija“, „Pjatdesjat let Pobedy“ und „Taimyr“ abwechselnd den 60.000 Tonnen schweren Tanker von Murmansk (Kola-Halbinsel) bis nach Pewek (Tschuktschenhalbinsel). 2011 wurden ähnliche Experimente fortgesetzt. Bis Mitte August folgten den Atom-Eisbrechern drei weitere Tankschiffe mit Flüssiggas auf den Straßen des Nördlichen Seeweges. Durchschnittlich dauert eine solche „Führung“ 14 Tage. Zum Vergleich: Normalerweise beträgt die Strecke von Murmansk nach Yokohama 13.000 Seemeilen, welche in ca. 40 Tagen zurückgelegt werden kann. Auf dem Nördlichen Seeweg sind es unter 6.000 Seemeilen, und dauert die Fahrt im Durchschnitt 20 Tage. Doch wie Experimente gezeigt haben, kann diese Zeit weiter verkürzt werden, sollte die Strecke regelmäßig befahrbar werden. Außerdem ist der Nördlicher Seeweg viel sicherer hinsichtlich der Piratengefahr. Nach Angaben des Internationalen Meeresbüros ist die Zahl der Piraten-Angriffe im ersten Halbjahr 2011 um 26 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vorigen Jahr, die Anzahl der gekaperten Schiffe an der Somalia-Küste erreichte ihren nie dagewesenen Hoch. 

2010 wurden auf dem Nördlichen Seeweg 71 Tonnen Flüssiggas befördert. Während der Fahrten werden anhand von neusten Navigations- und Radarausrüstungen ausführliche Karten der Eissituation zusammengestellt und Bodenreliefs erforscht. Das Wasserbecken der Arktis-Seen wird per Saatelliten überwacht. Es wurde ein Geschwindigkeitsrekord aufgestellt: Ein Tankschiff durchfuhr den Nördlichen Seeweg innerhalb von 7,5 Tagen. Es fuhr dort auch der 160.000 Tonnen schwere Tanker „Wladimir Tichonow“ – das größte Schiff seit Anfang der Arktis-Experimente. 

Die Vorteile, die aus der Nutzung des Nördlichen Seeweges hervorgehen, sind klar. Doch die Arktis ist eine sehr harsche Gegend und es gibt dort keine einfachen Routen. Dafür stellt die Arktis den russischen Maschinenbau vor prinzipiell neuen Aufgaben, die es ermöglichen würden, die russische Eisflotte aufzustocken und eine neue Generation von Schiffen zu schaffen. 

Den Text und den Ton dieses Beitrags finden Sie hier.

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