Im DA Studio werden wir in nächster Zeit über die Richtungen sprechen, auf die sich Russland bei der Erschließung des arktischen Schelfs konzentriren sollte. Mit dieser Frage wird uns unser Gast helfen. Es ist Vasilij Bogojavlenskij, Stellvertretender Direktor für Wissenschaftliche Fragen des Projekts „Arktis und das Weltmeer“, Leiter des Labors „Shelf“ der Russischen Gubkin Universität für Öl und Gas und Doktor der Ingenuerwissenschaften.
Heutzutage gibt es kein einheitliches Dokument zu Rechtsfragen bezüglich der Arktis, man beschäftigt sich erst mit dessen Ausarbeitung. In Russland untersteht die Regulierung der Arktisfragen der nationalen Gesetzgebung der arktischen Regionen. Allen ist klar, dass die Ressourcen des Artischen Schelfs, besonders des russischen Teils – im Einklang mit der Zukunft des Planeten stehen. Wir möchten Sie bitten unseren Zuhörern die voraussichtlichen Mengen von Kohlenwasserstoffen zu nennen.
Bogojawlenskij: "Die primären Mengen sind mit der Fläche Russlands zu vergleichen, das ja das größte Land der Welt ist. Und dank Gott verfügt unser Land über die größten Mengen an Kohlenwasserstoffen und anderen Mineralressourcen.
Wenn wir von Russland und vom Schelf insgesamt sprechen, so sehen wir, dass die größte Menge der Erdöl und Erdgasressourcen im Norden konzentriert ist. Das sind in erster Linie das Westsibierische Tiefland und die Erdöl-und Erdgasführende Provinz, deren nördlicher Teil in den Gewässern der Karasee verläuft.
Auserdem haben die Barentsee und die Petschorasee einen großen Vorrat an Öl und Gas. Das ist die sogenannte Westliche Arktis Russlands, der europäische Teil. Und in diesen Meeren wurden schon größe Anhäufungen an Vorkommen entdeckt.
Für unsere Hörer erkläre ich den Unterschied zwischen den Begriffen Ressourcen und Bestände, denn man verwechselt diese beiden oft. Ressourcen sind spekulative Mengen, die wir auf der Basis von geologischem Wissen zu finden hoffen, sie sind also noch nicht vorhanden. Oft werden solche Vorkommen tatsächlich gefunden, die Menge kann sich aber von der erhofften unterscheiden, mal ist es mehr, mal weniger. Unter Beständen aber sind schon gefundene und vom Staatlichen Komitee für Bestände eingetragene Mengen zu verstehen.
Diese Mengen können also schon im Laufe der Förderung in Umsatz gebracht werden?
Bogojawlenskij: "Diese Mengen sind natürlich größtenteils in Umsatz gebracht, weil sie ja in der Bilanz von veschiedenen Unternehmen stehen. Das sind vor allem Gazprom und Rosneft. Diese Mengen wirken sich auch auf die Kapitalisation dieser Firmen aus, und sind deswegen in Umsatz gebracht."
Doch müssen in dieser weitgehenden Situation Prioritäten gesetzt werden, besonders da das zweite Internationale Forum „Arktis- das Territorium des Dialogs“ bevorsteht. Jetzt muss Russland seine Prioritäten ordnen, denn sogar ein solch großes Land wie unseres kann die wichtigsten Probleme nicht im Alleingang lösen.
Bogojawlenskij: "Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Und wenn wir internationale Beispiele nehmen, dann sehen wir, dass die Erschließung eines Schelfs oder eines Festlandabhangs meist nicht von Einzelfirmen, sondern von einem Firmenkonsortium durchgeführt wird, dem bis zu 10 oder mehr Firmen angehören. In diesem Fall können sie die Verantwortung und mögliche Risiken so wie die Kosten teilen, und Falls es einen Fehlschuss geben sollte, werden die Verluste für jedes einzelne Unternehmen nicht so groß sein. Sollten zwei-drei Projekte fehlschlagen und das vierte dann doch erfolgreich sein, kann man mit ihm alle Ausgaben decken."
Welche Spieler gibt es jetzt auf dem Markt auser Gazprom und Rosneft?
Bogojawlenskij: "Wenn man vom russischen Schelf spricht und Großunternehmen meint, so ist das natürlich LUKOIL, das sich großartig während der Förderarbeiten im Kaspischen Meer gezeigt hat. Schon Ende 2010 begann die Förderung am Kortschagin Vorkommen. Dies ist ein relativ großes Vorkommen im zentralen Teil der Nordkaspischen Zone.
Hier hat LUKOIL eine Eisfeste Plattform errichtet. Es ist mit Freude zu bemerken, dass diese Plattform in Russland gebaut wurde. Das ist gut, weil in letzter Zeit das Gerücht die Runde macht, dass man in Russland verlernt hat zu bauen, dass wir nichts können. Dies war ein gutes Beispiel, dass wir doch etwas draufhaben."
Und ist die Prirazlomnaja Plattform, die jetzt zu ihrem Arbeitsort gebracht wird auch in Russland gabaut worden?
Bogojawlenskij: "Diese Plattform ist größtenteils in Russland gebaut worden, die Oberbortsausrüstung wurde im Ausland gekauft. Jetzt aber befindet sich die Plattform auf dem Weg zu ihrem Stationierungsort durch die Barentsee. In den nächsten Wochen wird sie stationiert werden.
Der Arbeitsort ist das Prirazlomnoje Vorkommen, wo diese Plattform bis zu 40 verschieden- orientierte halbsteile und horizontale Bohrlöcher niederbringen wird. Es wird geplant schon 2011 mit der Förderung zu beginnen."
Was sind überhaupt die Prioritäten für den russischen Schelf? Innovationen, der Westliche und Östliche Teil? Ist das Kooperation, oder eine streng nationale Erschließung? Wie sehen die Prioritäten Russlands im Bereich der Schelf- und Arktispolitik in nächster Zukunft aus?
Bogojawlenskij: "Politik ist ja gut, aber hier besteht nicht nur die alleinstehende staatsweite Politik.Hier gibt es auch konkrete Politik der Unternehmen und Betreiber, die lizensierte Flächen in verschidenen Gewässern besitzen. Ihnen ist ja bekannt, dass seit 1999, also seit Ende des vorigen Jahrhunderts auf dem Sachalinschelf die Erdöl-und Erdgasförderung nach den Projekten „Sachalin 1“ und „Sachalin 2“ in Gange ist.
Die Betreiber sind dort Exxon Neftegas und Sachalin Energy. Es ist gut, dass Gasprom jetzt die Aktionmajorität in einem dieser Projekte hat und auch intensiv an der Erschließung der Sachaliner Vorkommen teilnimmt.
Deswegen wählt das Kapital an erster Stelle leichte Wege mit schneller Rendite. Deswegen bagann ja die Förderung von Erdöl- und Erdgas in Russland am Baltikumschelf, weil es dort einen kurzer Weg zu den Absatzmärkten gibt. Dort war die Firma LUKOIL tätig. Es war, wie gesagt der Sachalinschelf, ein Teil des Ohotskischen Schelfs. Und 2010 dann im Kaspischen Meer."
Aber wenn wir von der Arktis sprechen, lassen sie uns nur über die nördlichen Grenzregionen sprechen. Der Arktische Ozean ist heutzutage eine der umstrittensten Territorien. Und wie wir sehen sind dort nicht nur die Länder der Arktischen Region, die dem Polarkreis anliegende Länder, sondern auch eine Reihe ostasiatischer Staaten tätig. Sogar Thailand und Malaysien werden schertzhaft „bekannte artische Länder“ genannt. Wir verstehen den Sinn der Sache, aber sie sind Spezialist, Leiter des Labors „Schelf“ and der Öl und Gas Universität. Bitte sagen Sie, gibt es denn zu wenig Ressourcen? Oder werden andere Ziele verfolgt? Vielleich wird noch nicht verstanden, dass es dort außer Öl und Gas noch andere, einzigartige natürliche Bodenschätze gibt.
Bogojawlenskij: "Ich versuche auf diese Fragen zu antworen, villeicht nicht der Reihe nach. Aber ich werde das erläutern, was unsere Hörer sicherlich schon wissen. Die Zirkumpolarregion umfasst die Kustenlinien von 5 Ländern. Das sind Russland, Norwegen, Dänemark, Grönland, dann noch Kanada und die USA. Auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Bereichen werden auf dem ganzen Schelf Arbeiten zur Erdöl- und Erdgas Erschließung oder andere Tätigkeiten durchgeführt. Vor kurzem haben wir eine Forschungsarbeit zu Ende gebracht, die sehr interessante und sogar unerwartete Daten gezeigt hat."
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