понедельник, 28 ноября 2011 г.

Der Nord Stream ist wahr geworden

Der Nord Stream ist wahr geworden. Der erste Gasleitungsstrang wurde am 6. September in Betrieb genommen. Jetzt geht durch die Röhre das „technologische“ Erdgas, womit die Sicherheit des Systems geprüft wird. Doch bereits im November bekommt die deutsche Partei die ersten Kubikmeter russischen Erdgases. Der zweite Strang soll ab 2012 funktionieren. Russland ist bereit, auch den dritten und ggf. den vierten Gasleitungsstrang des Nord Stream zu bauen. Ist es aber sinnvoll? Hoffen die Käufer auf dieses Gas?

In 2009 – 2010 war ein Überangebot auf dem europäischen Erdgasmarkt zu spüren: im vorigen Jahr waren die Gaspreise auf den Handelsplattformen (auf Grund der kurzfristigen Verträgen) manchmal zweimal niedriger, als in den langfristigen Verträgen des russischen Konzerns Gazprom. Das bewegte die Partner des russischen Gasgiganten die Gaslieferungen aus Russland zu verringern und die Einkäufe auf dem Spotmarkt zu steigern. Im Jahr 2011 veränderte sich die Situation ziemlich rasch. Da spielte gegen die Europäer eine Reihe von Faktoren. Erstens, war das der „arabische Frühling“, der die Möglichkeiten mehrerer Staaten Nordafrikas und Nahes Osten, den Gaslieferungsvorhaben nachzukommen, unter Zweifel stellte. Zweitens, war nach den Fukushima-Ereignissen die „Atomrenaissance“ zu Ende, und die Atomenergie hatte bis daher als eine Alternative für Kohlenhydrate gegolten. Und drittens, stellte die Haushaltskrise in der EU die Entwicklungspläne der erneubaren Energiequellen unter Gefahr, die ja riesige Finanzspritzen benötigen. Die Europäische Union – und vor Allem der europäische Marktführer auf dem Gebiet der erneubaren Energie – Deutschland – hat heute über die Rettung der südeuropäischen Länder nachzudenken, deren Budgetdefizit mit einem Einbruch der ganzen europäischen Wirtschaft droht. 

Im Ergebnis nimmt der Erdgasverbrauch in der EU wieder zu, und dieser Trend findet mittlerweile kein Ende. Heute haben wir kein ernsthaftes Szenario des Gasverbrauchsrückgangs sogar zum Jahr 2020. Man kann über Wachstumsraten streiten, doch dass die EU immer mehr Erdgas verbrauchen wird, versteht man auch in Brüssel. Nach Schätzungen des internationalen Erdgaszentrums Cedigaz wurde im Jahr 2010 um 7,5 Prozent mehr Erdgas in Europa verbraucht, als in 2009. Insgesamt ist in den 2000er Jahren der Gasverbrauch in der Europäischen Union und in der nach dem EU-Beitritt strebenden Türkei fast anderthalbmal gestiegen – um über 84 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Zu berücksichtigen ist auch, dass die eigene Gasproduktion in Europa um mehr als 30 Prozent verringert ist, und zwar um 64 Milliarden Kubikmeter. Heute also, wenn die europäischen Länder ihre AKWs schließen, müssen Europa und die Türkei nach ca. 170 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr auf dem Weltmarkt suchen. Und das ist keine einfache Aufgabe. Man kann auf 15 Milliarden Kubikmeter Gas aus dem Irak hoffen, der seine Erdgas- und Erdölindustrie wiederaufzubauen beginnt. Solange aber braucht Bagdad sein Erdgas für Energieerzeugung innerhalb des Landes. Das Problem ist auch mit Hilfe von Turkmenien kaum zu lösen – das muss nicht nur eine bedeutendste Verringerung des russischen Einflusses am Kaspischen Meer, sondern auch einen Abgang von China aus der Region bedeuten, das das zentralasiatische Erdgas schon für sein eingenes hält. Der möglichste Helfer ist Aserbaidschan, das seine Gaslieferungen auf Kosten des Gasfeldes Schach-Deniz II steigern kann. Das wird aber auch höchstens 15 Milliarden Kubikmeter pro Jahr im Laufe von den nächsten zehn Jahren bedeuten. 

Obwohl in Europa immer noch über eine „übermäßige Abhängigkeit“ von Russland gesprochen wird, sind die Gaslieferungen aus Russland unter den heutigen Bedingungen die realste und die zugänglichste Lösung der Energieprobleme Europas. Die von Brüssel angefangenen Alternativprojekte wie Nabucco suchen entweder, womit die Rohrleitung zu füllen, oder sind in der Phase der Erarbeitung und Abstimmung, während der Nord Stream schon wahr ist und aus den reichen russischen Vorräten gefüllt wird. Außerdem hilft die baltische Gasleitung, eine wichtige Aufgabe der energetischen Sicherheit in Europa: sie macht sowohl den Verkäufer, als auch den Käufer von den Transitländern unabhängig, sagte auf der Eröffnungsfeier der russische Ministerpräsident Wladimir Putin:

"Jedes Transitland hat immer eine Versuchung, seine Ausnahmeposition auszunutzen. Jetzt verschwindet dieses Alleinrecht, unsere Beziehungen werden damit einen immer zivilisierteren Charakter annehmen." 

Die Worte des Ministerpräsidenten waren vor Allem an Kiew gerichtet. Bis in die letzte Zeit hinein kam das russische Erdgas nach Europa vor Allem durch die Ukraine. Es ist kein Geheimnis, dass das Verhalten von Kiew manchmal Gaslieferungsprobleme in die EU verursacht hat. Nach Schätzungen der Experte, senkt der Nord Stream wesentlich die Transportrisiken und gewährleistet somit stabile Lieferungen von Energieträger nach Europa, sagte in einem Interview der „Stimme Russlands“ Alexander Pasechnik, Sachverständiger des Fonds für nationale energetische Sicherheit. 

"Der Nord Stream hilft Russland die Risiken der Gaslieferung nach Europa loszuwerden, indem es solche Länder umgeht, wie die Ukraine und teilweise Weißrussland. Dank der neuen Gasleitung wird die Abhängigkeit vom ukrainischen Gastransitsystem halb so hoch." 

Die neue 1220 Kilometer lange Gasleitung ist auf dem Boden der Ostsee vom russischen Wyborg bis zum deutschen Greifswald verlegt worden. Nach Schätzungen von Matthias Warnig, Geschäftsführer des Nord-Stream-Konsortiums, kann der Nord Stream ein Viertel vom Erdgasbedarf in Europa abdecken. Die Kapazität des ersten Gasleitungsstranges beträgt 27,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Der zweite Strang wird im Jahr 2012 eröffnet. Schon mehr als 600 Kilometer davon sind fertig. Mit der Inbetriebnahme des zweiten Gasleitungsstranges wird der jährliche Gaslieferumfang nach Europa auf 55 Milliarden Kubikmeter erhöht. Für die EU-Länder ist das aber zu wenig. In den Hauptstädten Europas und vor Allem in Berlin sagt man, natürlich, dass das Problem mit Hilfe von den erneubaren Energiequellen gelöst wird. Aber, wie oben erwähnt, sind solche Projekte zu aufwändig und die wirtschaftliche Situation in der Eurozone kann in der nächsten Zukunft den Europäern kaum erlauben, in diesen Bereich zu investieren. Der Vorschlag Russlands, den dritten Gasleitungsstrang des Nord Stream zu bauen, sieht also sehr logisch aus. 

Für die meisten europäischen Unternehmer ist die Wichtigkeit des Projekts äußerst klar. Sie ist schon darum augensichtlich, dass sich daran neben dem russischen Gazprom auch die größten Energiekonzerne Europas beteiligen – die deutschen E.ON Ruhrgas und BASF/Wintershall, das Französische Gaz de France Suez. Die Käufer treten auch für den Nord Stream auf: es ist schon bekannt, dass Gazprom langfristige Gaslieferverträge mit den Verbrauchern in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien unterzeichnet hat.

Den Text und den Ton dieses Beitrags finden Sie hier.

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