понедельник, 28 ноября 2011 г.

Der Handel um aserbaidschanischen Erdgas

Die Europäische Union träumt schon mehrere Jahre über den „Südlichen Korridor“, der eine Konkurrenz für das russische Erdgas darstellen könnte. Das Problem besteht darin, dass er immer wieder keine Verträge mit den Gaslieferanten der Kaspischen Region schließen kann. Die größten Hoffnungen werden auf Aserbaidschan gesetzt. Baku hat sich aber bisher nicht entschieden, wohin es das Erdgas liefern wird. Das führt zu neuen Risiken für Nabucco, so Konstantin Simonow:

„Um dieses Erdgas bewerben sich noch zwei Erdgasleitungsprojekte – das ITGI-Projekt (die Türkei, Griechenland und Italien) und TAP (Trans-Adriatische Gasleitung). Diese Projekte reichen eigentlich aus, um das aserbaidschanische Erdgas auf den europäischen Markt zu bringen. Ohne zu berücksichtigen sogar, dass Russland bereit ist, all dieses Gas zu viel günstigeren Preisen zu kaufen. Aserbaidschan hat bisher keine Entscheidung getroffen, es versucht zu handeln und nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Konzessionen zu bekommen.“  


Erstens geht es um hohe Gaspreise. Zweitens – um das Recht Aserbaidschans, sein Erdgas selbständig den europäischen Endverbrauchern zu verkaufen. Drittens, Aserbaidschan strebt nach einer Hilfe Europas in der Lösung von politischen Fragen. 

Inzwischen entsteht die einfache Frage: wie viel Gas kann Aserbaidschan überhaupt erzeugen? Die Sache ist die, dass es im Vergleich zu den Nachbarn von keinen beeindruckenden Erdgasvorräten verfügt. Die Kennziffern sind ziemlich bescheiden, sowohl in den absoluten Zahlen, als auch vom Gesichtspunkt der Zunahme in den letzten Jahren. 

Nach offiziellen Angaben des Komitees für staatliche Statistik Aserbaidschans, wurde in 2010 insgesamt 27 Milliarden Kubikmeter Gas erzeugt. Es zu wenig für den „Südlichen Korridor“, da seine drei Konsortien garantierte Lieferungen von 49 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr auf 30 Jahre hinaus erfordern. Laut Rownaga Abdullajewa, Chefin der Staatlichen Erdöl- und Erdgasgesellschaft der Aserbaidschanischen Republik, hat Baku vor, die Gaserzeugung zum Jahr 2015 bis 30 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, und zu 2020 bis 50-60 Milliarden pro Jahr zu erhöhen. Diese Prognosen würde man mit einem bestimmten Skepsis aufnehmen. Es hat im vorigen Jahr 10 Milliarden Kubikmeter weniger Erdgas gegeben, als es auf dem Papier gestanden ist. 

Aserbaidschan hat mehrere Erdgasquellen. Das Hauptprojekt ist das erste Stadium des Schach-Deniz-Gasfeldes, das Aserbaidschan im vorigen Jahr 6,9 Milliarden Kubikmeter Gas gegeben hat. Die Prognose auf dieses Jahr betragen noch weniger - 6,7 Milliarden. 

Andere wichtige Gasquelle ist das Erdölprojekt „Azeri-Chirag-Guneshli“, das Aserbaidschan in 2010 3,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas gewährleistet hat. 

Es gibt auch Erdgas, das von den Operationsgesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen auf dem Festland erworben wird. Seine Umfänge sind unbedeutend: in 2010 haben sie nur 0,1 Milliarden Kubikmeter betragen. Schließlich gibt es Gasfelder, die von der Staatlichen Erdöl- und Erdgasgesellschaft der Aserbaidschanischen Republik bearbeitet werden, aber dort wachsen die erzeugten Mengen nicht, sondern fallen sie. 

Und womit kann unter diesen Umständen Europa rechnen? Nur mit dem zweiten Stadium von Schach-Deniz. Es sieht aber eine größere Tiefe des Meeres und einen viel mehr entfernten Horizont der Gaslagerung voraus, als das erste. Die Kosten sind sehr hoch 20 bis 22 Milliarden Dollar. Um dieses Geld zu sammeln, braucht man Zeit. 

Die Konsortiumteilnehmer haben zuerst geplant, den Schach-Deniz II in 2012 anzufangen. Später wurde der Termin vorläufig auf 2017 verschoben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er noch verschoben wird, so dass die Mengen von 16 Milliarden Kubikmeter pro Jahr erst in 2025 erreicht werden können. Inzwischen ist heute weder ein technisches Entwicklungsmodell, noch gesellschaftliche Bedingungen der zukünftigen Lieferungen festgelegt worden. 

Heute ist der Iran Hauptempfänger des Gases aus Aserbaidschan. In diesem Jahr wird es geplant, 5 Milliarden Kubikmeter dorthin zu liefern. Nach Russland werden 2 Milliarden, nach Georgien - 0,7 Milliarden transportiert. Aus den Europäern kann auf das aserbaidschanische Gas nur Bulgarien hoffen – und auch nicht mehr als auf 1 Milliarde Kubikmeter ab 2014. 

Inzwischen hat sich der russische Gazprom bereit erklärt, alle freien Gasmengen Aserbaidschans zum sehr vorteilhaften Preis zu kaufen. Es wird geplant, dieses Gas im Südrussland zu verbrauchen. Das konkurrierende Europa hätte entweder extra hohe Preise für das aserbaidschanische Gas oder eine andere Kompensation vorzuschlagen. 

Baku hat schon erklärt, dass es einen Geschäftsanteil am Gasleitungsprojekt braucht, durch das das Erdgas auf die EU-Märkte transportiert wird. Es strebt auch danach, das Gas selbständig auf den europäischen Märkten zu vertreiben. Dies bedeute eine Expansion Aserbaidschans nicht nur in die Infrastruktur, sondern auch unmittelbar auf die Absatzmärkte nach dem Vorbild des Gazproms. 

Außerdem hat Aserbaidschan das politische Berkarabach-Problem zu Lösen. In dieser Hinsicht ist das Kohlenhydraten-Thema ein wichtiges Argument. Baku hat schon mehrmals angedeutet, dass die EU, die das Erdgas so begehrt, sich an der Seite Aserbaidschans, und nicht Armeniens, in dieser Frage stellen muss. Ob Brüssel bereit ist, eindeutig Baku zu unterstützen, ist fraglich.


Den Text und den Ton dieses Beitrags finden Sie hier.

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